Wellpappe Nachrichten Juli 2007
Klebespezialist mit neuem Namen
Aus hhs Leimauftrags-Systeme GmbH wird
Baumer hhs GmbH
Die hhs Leimauftrags-Systeme GmbH aus Krefeld ist Anwendern aus der Papier- und Verpackungsindustrie seit über 20 Jahren ein Partner für Kaltleim-, Heißleim-, und Qualitätsüberwachungs-Systeme. Die Produkte bleiben, der Name nicht. Kunden und Lieferanten werden seit kurzem mit dem neuen Namen begrüßt: Baumer hhs GmbH. Um die zukunftsorientierte Strategie der Schweizer Baumer Gruppe nach außen zu dokumentieren, treten seit April 2007 alle Unternehmen der Gruppe weltweit einheitlich unter dem Branding Baumer auf: Weltweit 1.900 Mitarbeiter arbeiten in den Produktbereichen Positionssensorik, Drehgeber und Stellantriebe, industrielle Bildverarbeitung, Prozessmesstechnik und Beleimungssysteme. Der bisherige Unternehmensbereich hhs Leimauftrags- Systeme GmbH ist des einheitlichen Auftritts wegen in Baumer hhs GmbH umbenannt worden. Seit fast sechs Jahren gehört der Spezialist für integrierte Leimsysteme nun schon zu der Schweizer Gruppe.
1986 gegründet von Hans Henning Sasse
Namensgeber Hans Henning Sasse startete 1986 mit technischen Ideen, die
bald in Produkte mündeten und zudem als Patent geschützt sind.
Das erste Sprühventil, das er vor gut 20 Jahren entwickelte, markierte
den Beginn für eine Vielzahl weiterer technischer Erfindungen, auch
aus den Bereichen der Elektronik, Optik und des Maschinenbaus. Mittlerweile
ist Baumer hhs mit dem in Berlin ansässigen Sensorik-Spezialisten System
Kurandt GmbH verschmolzen und bietet Komplettlösungen aus den Bereichen
Leimen und Überwachen.
Von Kaltleim-Ventilen zur Heißleim-Technik
Heiß- und Kaltleimtechnologie sind die beiden Eckpfeiler des Unternehmens
in Krefeld. Elektromagnetische Sprühventile für Kaltleim machten
hhs erfolgreich (1988 wurde ein elektrisch betätigtes Ventil für
Kaltleim als vario glue eingeführt); erste
Tochterunternehmen in Großbritannien, USA und Italien kamen hinzu.
Seit der drupa im Jahr 2000 vertreibt Baumer hhs zudem sogenannte Heißleimtechnologie.
Im Herbst 2007 führten die Krefelder die Xmelt Heißleimserie
mit Schmelzgeräten,
vielfältigen Ventilen und Schläuchen in der Endverpackung ein.
Für jeden Markt spezifische Lösungen
Ein Kaltleim Ventil wird oft erst dann zum Gewinn bringenden Faktor, wenn
es mit Niederhaltern, Verschlussschiebern und leicht zu bedienender Software
genau auf die Bedürfnisse der Branche eingeht. Derart geschnürte
Komplettsysteme werden entweder vom Maschinenhersteller sofort integriert oder vom Anwender für
existierende Maschinen angefordert.
Ein Rund-um-Service mit kostenloser Hotline in der Woche von 7.00 bis 19.00
Uhr wird von Fachleuten betreut, die bei Bedarf Hilfe zur Selbsthilfe
erteilen. Darüber hinaus verfügt Baumer hhs in Krefeld über
Techniker, die jedes Heiß- oder Kaltleimgerät warten, reinigen,
reparieren und in Stand halten können.
Faltschachtel-Spezialist
Schon lange besteht vor allem bei kosmetischen und pharmazeutischen Verpackungen
der Bedarf nach vollautomatischen Lösungen. Kontaktloses Leimen ist
hier die Lösung.
Steigende Produktionsgeschwindigkeiten und wachsende Ansprüche an Qualität,
Flexibilität und Produktivität zeigen die Grenzen des herkömmlichen
Klebstoffauftrags mit Radleimwerken auf. Ein kontaktloses System erlaubt
millimetergenaues Kleben ohne Berührung mit dem Zuschnitt bei jeder
Geschwindigkeit. Das geschlossene System minimiert Reinigungs- und Rüstzeiten;
es ermöglicht die Beleimung ohne Ausschuss.
Es arbeitet nahtlos vom Stillstand bis zu einer Geschwindigkeit von 500
Metern pro Minute und erlaubt auch die Herstellung kompliziertester Produkte.
Jedes System ist mit Zusatzmodulen erweiterbar. Ein optional integriertes
System für Codelesung, Leimnahtüberwachung oder Protokollierung
gewährleistet dabei eine fehlerfreie Produktion.
Branchenlösungen für Wellkisten
Die Erfahrungen aus der Faltschachtel-Industrie haben Baumer hhs geholfen,
das Kleben von Wellpappenverpackungen ebenfalls zu optimieren. Pneumatisch
verfahrbare Zuschnittführungen sind der Kern der Branchenlösung
in diesem Bereich. Unterstützt von Software auf dem Touchscreen und
neuer Sensorik kann eine verlässliche Produktion mit minimierten Mengen
an Ausschuss, Wartung und Stillstand gewährleistet werden.
Die Beleimungsstation, wahlweise auf Antriebs- oder Bedienerseite, behindert
den Lauf der Gluelasche nicht.
Nach Bedarf können Leimraupen auf der Lasche unterschiedliche Längen
annehmen. Wenn Zuschnitte keine Beleimung benötigen, fahren die Ventile
in ein Wasserbad.
So können die Düsen nicht verstopfen. Kolbenpumpen mit Druckregelung
erlauben eine Anpassung des Leimdrucks und damit der aufgetragenen Leimmenge
an die Maschinen-Geschwindigkeit. Je nach verbrauchten Mengen fördern
sie den Leim aus den Containern oder der Pipeline. Per Tastendruck können
Jobs abgespeichert und bei Folgeaufträgen wieder abgerufen werden.
Die gleiche Gluelaschen-Form vorausgesetzt, läuft die Beleimung vollautomatisch, präzise
positioniert.
In Industrieländern wird die Fertigung zunehmend automatisiert.
Die Wellpappenverpackung gelangt in immer stärkeren Maße direkt
in den Handel. Sind bei 100.000 Boxen nur vereinzelte nicht beleimt, kann
es vorkommen, dass der Endkunde die ganze Lieferung zum Produzenten zurück
schickt. Der Trend - ein hundertprozentiges Produkt liefern zu müssen
-, der vor Jahren bei kleinen Faltschachteln begann, setzt nun auch die
Hersteller von Wellpappenverpackungen
unter Zugzwang.
Wichtig sind daher gute Laschen-Verklebungen, aber auch eine Überwachung
der Glue-Lasche bzw. des Leimauftrages im Inliner. Mit neuester Kamera-Technologie
ermittelt Baumer hhs über die gesamte Laschenbreite ein Live-Bild und
wertet dieses aus. Sämtliche vorher festgelegten Parameter werden überwacht
und auf Wunsch protokolliert. Zur Auswertung meldet die Steuerung das Ergebnis
an übergeordnete Schnittstellen oder Drucker. Hupe und Signallampe
warnen den Bediener bei Fehlern. Wichtiger ist allerdings die maschinelle
Auswertung. Mit UV-Markierung und Ausschleusung erlaubt die serienmäßige
Signal-Verschleppung höchste Sicherheit.