Verpackungs-Rundschau Januar 2009
50 Prozent weniger Heißleim
Im neuen Brüggen-Werk klebt Baumer hhs Punkt für Punkt
Der Müsli-
und Cerealienproduzent H. & J. Brüggen KG aus Lübeck hat im südfranzösischen
Thiers sein viertes Werk eröffnet und die Verpackungsmaschinen mit Xmelt
Heißleimtechnik von Baumer hhs aus Krefeld ausgestattet. Die Kartonierer
und Sammelpacker verschließen Cerealienpackungen und fertigen deren verkaufsfertige
Trays mit deutlich weniger Klebstoffverbrauch. Die Lübecker legen seit je
her großen Wert auf Technologie- und Kostenführerschaft in Produktion
und Logistik. Das 140jährige Unternehmen orientiert sich an langfristigen
Zielen. Und so ist der Schritt für Brüggen naheliegend, auch in der
Klebetechnik nicht zum Erstbesten zu greifen, sondern genauer hinzusehen. Ständig
steigende Klebstoffpreise werden so besser bewältigt.
Baumer hhs trat
bei Brüggen an, die Kosten dauerhaft zu senken und stellt dies nun im neuen
9.000m²-Werk in Frankreich unter Beweis. Der Verbrauch an Klebstoff und Energie
verursacht Betriebskosten, die den Anschaffungspreis auf Dauer übertreffen
können. Und so wirbt die Xmelt Serie mit dem Slogan "weniger Klebstoff
- weniger Energie". Baumer hhs rechnet es am Beispiel einer Umverpackung
vor und bietet allen Kunden an, dies auf der Internetseite www.xmelt.de nachzuvollziehen.
Die Beispielverpackung mit 320mm Heißleimraupen verursacht schon im Einschichtbetrieb
Leimkosten von 7600 Euro im Jahr. Die Technik von Baumer hhs erlaubt, die gleiche
Adhäsion (Klebewirkung) mit feinen Punkten statt langer Raupen zu erzielen.
Im Testbetrieb im Lübecker Stammwerk reduzierte Brüggen den Leimverbrauch
deutlich.
Der Trick zur Ersparnis ist zunächst ganz einfach: Statt einer
langen Raupe trägt der Kunde einzelne Punkte auf. Wenn der Heißleim
verpresst ist, wird in den allermeisten Fällen die Adhäsion zwischen
den Substraten trotz geringerer Klebstoffmenge erreicht. Wie so oft steckt der
Teufel im Detail. Ein Ventil muss für unterbrochene Raupen oder gar Punkte
viel häufiger schalten als es für Raupen nötig ist. Handelsübliche
pneumatische Ventile machen das nicht mit. Das von Brüggen eingesetzte elektrisch
angesteuerte Auftragsventil HME-504 macht 24.000 Schaltungen pro Minute möglich
ohne nachzutropfen oder Fäden zu ziehen.
Doch damit nicht genug, auch
das schonende Aufschmelzen und der sorgsame Umgang mit Wärme und somit Stromverbrauch
zahlt sich aus. Die von Brüggen aufgestellten Xmelt Schmelzgeräte XM-08
arbeiten mit 3-Zonen Tanks für 8 Kilogramm Klebstoff. Im oberen Bereich des
Tanks wartet der Klebstoff in Granulatform darauf, zum Einsatz zu kommen, während
er erst ganz unten die vorgewählte Arbeitstemperatur erreicht. Gleichzeitig
bleiben die Außenwände des Gerätes auf Raumtemperatur ohne Energieverschwendung
und ohne Gefahr für die Mitarbeiter.
"Sprechende" Prozessortechnik im Schmelzgerät
Auch das System aus Schmelzgerät, beheizten Schläuchen
und Ventilen ist konsequent auf geringe Folgekosten optimiert. Dabei hilft die
Prozessortechnik im Schmelzgerät, die mit allen Bauteilen "spricht".
Das System weiß genau, welche Schläuche und Auftragsköpfe angeschlossen
sind, einschließlich deren Alter, geleisteter Betriebsstunden und vielem
mehr. Durch den permanenten Datenaustausch kann Xmelt den Ausfall eines Fühlers,
einer Heizung oder Sicherung usw. sofort erkennen und im Klartext anzeigen. Xmelt
vermeidet Fehlklebungen, da das Gerät auch kleine Abweichungen wie verlängerte
Aufheizzeiten oder Temperaturschwankungen verarbeitet.
Baumer hhs Kunden können
mit dem neuen Xmelt System klein anfangen. Der modulare Aufbau erlaubt spätere
Erweiterungen und erleichtert so die Erstinvestition. Anpassungen an veränderte
Anforderungen in der Produktion, hinsichtlich neuer Produkte, der Produktionsabläufe
oder -Kapazitäten sind so leicht und kostengünstig umsetzbar. Alle Baumer
hhs Heißleimgeräte können auch über den zentralen Touchscreen
einer Xtend² Leimmuster-Steuerung bedient und beobachtet werden. Wer will,
kann Sensoren hinzufügen, die vollautomatisch überwachen, ob tatsächlich
geklebt wurde und fehlerhafte Verpackungen ausschleusen. Das Xmelt Heißleim-System
wächst mit und bietet somit Zukunfts- Sicherheit.
Die H. & J. Brüggen KG: Die H. & J. Brüggen KG stellt in 4 Werken in Deutschland, Polen und nun auch Frankreich Müsli und Cerealien der Marken Brüggen, Joe's Farm und Holstenmühle her. Die Firma ist zu 100% in Familienbesitz und wird in vierter Generation von den persönlich haftenden Gesellschaftern Dr. Hinrich Brüggen, Hanno Brüggen, Jochen Brüggen und Johannes Brüggen geführt. Sitz des Unternehmens ist seit 1886 Lübeck. BRÜGGEN beschäftigt 700 Mitarbeiter in Deutschland und in Polen. Hinzu kommen 130 Mitarbeiter in Thiers. Die Gruppe erzielt einen Umsatz von 147 Mio. € (gegenüber 30 Mio. € vor zehn Jahren). www.brüggen.com
Die Baumer hhs GmbH: Baumer hhs liefert komplette Klebstoff-Systeme für Heißleim- und Kaltleim-Verarbeitung. Mit seinen Steuerungen und integrierten Überwachungs-Systemen ist das Krefelder Unternehmen immer wieder der Zeit voraus. Das Baumer hhs Vertriebs- und Service Netzwerk deckt alle Kontinente ab. Seit April 2007 treten alle Unternehmen der Baumer Gruppe weltweit einheitlich unter dem Branding "Baumer" auf: Der Unternehmensbereich hhs Leimauftrags-Systeme GmbH wurde deshalb in Baumer hhs GmbH umbenannt. www.baumerhhs.com, www.xmelt.de