Baumer hhs GmbH

Deutscher Drucker 24. Juni 2010: "Schwerpunkt Druckweiterverarbeitung"

Wenn die Stichprobe nicht ausreicht:

Kamerasysteme zur Qualitätssicherung

Der Druck ist perfekt, die Veredelung auch, die Optik stimmt. Und immer noch kann in der Druckweiterverarbeitung eine Menge schiefgehen: Da steht ein Bogen in englischer Sprache in der ansonsten französischen Broschur. Oder es steht die Seite auf dem Kopf. Oder die gesamte Klebebindung wird nach kurzer Nutzung zur Loseblattsammlung. Optische Kontrollinstrumente können hier viel Ärger vermeiden.
Reklamationen sind ein Ärgernis - und in der Regel teuer. Denn zeigt sich der Dienstleister bei Beschwerden nicht kulant, ist in der Regel der Kunde weg. Und Kulanz bedeutet meist einen ordentlichen Nachlass auf den Preis oder die kostenlose Nachproduktion. Entsteht dem Kunden durch den Fehler zudem großer Schaden, weil möglicherweise wichtige Termine nicht mehr gehalten werden können, wird es für den Dienstleister richtig eng.
Nicht zuletzt aus diesem Grund fordern viele Kunden - gerade die großen Markenartikler - bereits bei der Auftragsvergabe Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Dabei liegt das größte Risiko in der Druckweiterverarbeitung. Wenn zum Beispiel bei einem solchen Auftrag verschiedene Sprachversionen auseinanderdividiert werden müssen, wenn individualisierte Bogenteile einem bestimmten Produkt zugeordnet werden müssen, dann reichen die sonst üblichen Stichproben nicht aus; dann ist eine gründlichere Kontrolle gefordert. Derzeit sind Kamera- und Sensorsysteme verschiedener Anbieter auf dem Markt verfügbar, die beispielsweise bei Klebebindern in der Zusammentragmaschine, beim Einhängen in den Umschlag, am Sammelhefter, in der Falzmaschine oder auch der Fadenheftmaschine eingesetzt werden können.
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BAUMER HHS. Ursprünglich als Spezialist für Leimauftragssysteme bekannt, befasst sich der Krefelder Hersteller Baumer HHS auch mit der Qualitätssicherung in der Klebebindung. Daher verbinden die Baumer Qualitätssicherungssysteme Leimauftrag, Leimüberwachung und Codelesung in einem System mit zentraler Verwaltung.
Diese Systeme sind mit einem zweistufigen Fehlerwarnsystem ausgestattet: Der erste Schritt ist ein optischer Alarm bei fehlerhaften Produkten je nach Bedarf zusätzlich mit Ausschleusung oder Markierung am Ende der Station. Treten mehrere Fehler auf, so kann ein Anlegerstopp erfolgen.
Die Erkennung unbedruckter Produkte, der Vergleich aufgedruckter Bilder, Label oder Matrixcodes sind möglich. Das sind Lösungen, die Baumer mit oder ohne Beleimung und Leimüberwachung anbietet. Alle Funktionen münden in eine gemeinsame Ansteuerung von Auswurf oder Markierung
Mit der Leimüberwachung kann der Kaltleimauftrag im Punkt- oder Strichmodus überwacht werden. Dabei werden die Leimmenge, die Position und auch die Produktlänge kontrolliert. Hierzu kann die Maschine stoppen, um die fehlerhaften Produkte zu entfernen. Das Gerät prüft auf jedem durch die Maschine laufenden Produkt, ob die Klebstoffposition die vom Maschinenführer vorgegebene Toleranz einhält.
Durch den Einsatz eines Kamerasystems mit bis zu zwei Kameras können zudem diverse Codearten wie zum Beispiel 2D-Datamatrix Code, Pharmacode oder auch EAN-Codes mit zuvor eingelesenen Referenzcodes verglichen und verifiziert werden. Neben Prüfung der Codierung sind Imagevergleiche sowie Schimmelbogenkontrolle möglich. Im Gegensatz zu Einzellösungen kann das Kamerasystem in ein bestehendes Xtend-System eingebunden werden, sodass Komponenten wie Beleimung, Leimüberwachung und Codelesung einheitlich von einem Touchscreen aus bedient werden.
Darüberhinaus können auch Codeleser einzelne Farb-, Kontrast- und EAN-Codes überwachen. Sie vergleichen Parameter wie Balkenbreite, Balkenabstand, Farbe und Lage des Codes mit einem programmierten Muster. Dies ermöglicht eine exakte Produkt-Identifikation und die Kontrolle von Qualitätsmerkmalen.
Bild: Steuergerät Xtend² für die Drucweiterverarbeitung von Baumer hhs (Krefeld)

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